Retos GTS Story

Durch einen Zufall kam ich zu einem günstigen Amerikanischen-Geländewagen (AMC-Eagle). Dies war der erste Schritt in die Welt der US-Cars. So verging einige Zeit bis ich einen 5 Monate langen Urlaub in den USA machte und bei jedem Dodge Ram (94-01) mir fast den Hals verrenkte. Rund ein Jahr nach dem ich von Colorado zurück war, stand ein Ram in meiner Garage. So kam ich auf den Geschmack der Mopars. Während meiner Freizeit bekam der Ram immer mehr spezielle Teile angeschraubt und mein Mopar –Wissen wuchs von Woche zu Woche. Irgendwann kam der Wunsch nach einem Sportwagen auf. Was für einer würde mir gefallen? Nach dem Kauf von einigen Bücher und unzähligen Internet Sessionen, vernarrte ich mich immer mehr in den Roadrunner von Plymouth, ein 70 Muscle Car sollte es sein. Ich informierte mich mit alten Prospekten über die Optionen des RR. Auch die Occasionslisten im Internet habe ich regelmässig gecheckt. Im Januar 2001 wurde ich auf den Dodge Dart GTS bei Dream Car  aufmerksam. Meine Neugier war geweckt! Die Recherchen im Internet liefen auf hochturen. Wie gut ist die Perfomance des Dart gegenüber dem RR? Ein anderer entscheidender Faktor war die Grösse der Fahrzeuges: Der Roadrunner ist ein Fullsize (5.17m Lang und 1.94m Breit) und der Dart lief unter Compact Car (4.96m Lang und 1.76m Breit). Da ich schon einen Fullsize besass und im Kanton Graubünden wohnte, habe ich schon einige brenzlige Situationen auf den Bündner-Pässen erlebt. In gewissen Situationen wird es dann ziemlich knapp. Nach einiger Zeit stand es fest: der 69 Dodge Dart GTS war mein Traumauto! Im Februar hab ich dann ein E-Mail nach Niederwil geschickt, leider hatte sich einer schon früher für den kleinen Muscle Car entschieden. So ging meine Suche weiter. Eine Probefahrt mit einem 4 türigen Dart Custom war das einzige was mich weiter brachte: es musste unbedingt ein Hardtop sein! (Hardtops werden die 2 türigen Fahrzeuge ohne B-Säule genannt) Die Optik von einem Hardtop, mit den Scheiben unten, zusammen mit der kantigen Aussenlinie des Dart, ist einfach perfekt. Das ganze Auto wirkt eigentlich mehr wie eine alte Familienkutsche, aber wehe er wird los gelassen (Sleeper Image). Weitere Recherchen führten zum Mister Dart, dieser wusste das der milchgelbe GTS nun bei der Garage Schmidli steht. Gleich am nächsten Tag hab ich dort angerufen, mit dem Resultat: Man kann den Wagen kaufen, er ist aber nirgends ausgeschrieben. Doch es war schon Herbst 2001 und ich machte mir Gedanken zur Überwinterung meiner Fahrzeuge, leider blieb die Suche für einen weiteren Garagenplatz in meiner Nähe erfolglos. So verschob ich den Kauf auf den Frühling und hoffte das mir niemand zuvor kam. Aus dem Frühling wurde dann Sommer. Eine genaue Besichtigungen führten am 6. Juli 02 zum Kauf.

Hier sind die Technischen Daten:

1969 Dodge Dart GTS 340 V8

2 door hardtop, 14’’/5.5“ wheels,  front disc brake, 3-speed TorqueFlite, 3.23 Sure Grip, Farbe: yellow Y2 (original weiss und heute hellgelb)

Fahrzeugausweis:

5 Sitzplätze, Leergewicht: 1535kg, Gesamtgewicht: 2030, Typenschein: 016208, 1.Inverkehrsetzung: 17.03.70, Hubraum: 5559, Veteran (6 Jahres MFK)

Typenschein:

Höchstgeschwindigkeit: 190km/h, Spurweite: vorn 1480, hinten 1435, Länge: 5040, Breite: 1805, Höhe: 1400, Spurkreis:12.2m, Lärm: 84dB, Auspuffanlage: 2 Rohr, Reifen: 70-14, Leistung: 279PS (SAE) bei 5000U/min

Beschrieb:

car line

price class

body type

engine type

model year

assembly plant

S/N

VIN:

L

S

23

P

9

8

177xxx

Bezeichnung:

Dart

spezial

hardtop

340ci V8

1969

Ausland USA

 

Produktionsort: Rotterdam

Details zum Produktionsort Rotterdam:

In Rotterdam bei Simca wurden verschiedene Mopar Compact Modelle zwischen 1968 und 1970 für Europa gebaut. Sie erkennt man an der kurzen VIN Nummer hintern der Windschutzscheibe haben nur 8 Stellen anstatt der 13 auch die Herstellerstempel der Scheiben sind ein guten Indikator. Die Scheiben kommen von Amsterdam. Die in Holland produzierten Fahrzeuge haben auch keinen Fendertag auf dem Kotflügel und kein Broadcastsheet. Auch die Motoren und das Getriebe kann nicht dem Fahrzeug zugeordnet werden, weil die Seriennummer nicht am Ende steht wie bei den US Produktionsstätten zusammengebauten Mopars. Bei den GTS ist soviel ich weiss immer 177 am Anfang der Serien Nummer

Details Auto Montage Schinznach AG (AMAG):

Alle Mopar Fahrzeuge die in dieser Zeit in der Schweiz verkauft oder sogar von Privat Personen Importiert wurden haben eine Schinznach Plaquette auf der Korflügelinnenseite mit der Chassis Nr, Motor Nr, Lauf Nr, Faeb Nr. In Schinznach wurden nur die viertürigen Darts und einige weitere A-Bodys zusammengebaut.

Produktionszahlen 1969 (nur USA?):

GTS 340:             3919hardtops und 73 convertibles (Red Book)

GTS Automatic:   2878 (Chrysler Historical Collection)

Heute Registriert:

Schweiz :    4 Fahrzeuge mit Typenschein Nr: 016208 (MOFIS 8.8.02)

USA:           326 GTS 340 + 383 Fahrzeuge (Automotive Information Clearinghouse 24.9.99)

Nun war der Wagen in meinem Besitz, der erste Schritt ist getan, aber wie fährt es sich? Die erste Fahrt war von Zürich nach Chur. Es regnete die ganze Strecke leicht, nicht gerade das ideale Wetter für ein schützenwertes Auto. Die Drehzahlanzeige war bei 120km/h immer etwa bei 3500U/min. In mir kam die Frage auf, ob da eventuell eine kürzere Achse den Motor so hoch drehen lies. Aber keine Bange, Mister Dart hat die Drehzahl bestätigt, es war die 3.23 Achse. Tja dann gab es ein kleine rotes Licht in der Mitte der Geschwindigkeitsanzeige, welches immer leuchtete. Was dies wohl bedeutet? Die Aufmerksamkeit war nicht mehr voll auf der Strasse, Warnlampe der Öldruckanzeige oder Drehzahlgrenze oder ... Die Gedanken  kreiste immer um diese rote Anzeige. Sobald ich einmal das Licht löschte, verschwand auch diese Anzeige. Es war bloss das Fernlicht! Diese Anzeigen waren wohl früher rot und nicht blau. Kaum in Chur angekommen kitzelte der rechte Fuss. Ein Auto kann ja im Unterland gut funktionieren, aber so ein Steinbock wie ich erwartet, dass die Performance auch am Berg stimmt. Mit ein Bisschen Ballast im Auto (Beifahrer) sind wir gleich mal Richtung Lenzerheide aufgebrochen. Da hat es schöne Spitzkehren mit anschliessenden steilen Anstiegen. Jetzt kann der 340er sich mal Austoben. Die Beschleunigung aus der ersten Kurve war noch etwas zaghaft, denn mein Fuss lahmte kurz (faule Ausrede). Bei der zweiten Spitzkehre war ich dann etwas mutiger und beschleunigte auf der leicht feuchten Strasse auf etwa 90km/h. Die Kiste zog gut ab im ersten Gang, dann schaltete der Automat bei etwa 80 in den Zweiten ~~ nach einer kurzen Wellenlinie wusste ich: Auch im Zweiten drehen die Räder noch durch! OK der GTS hält was er verspricht. Ein paar Wochenende später ging es dann mit dem Oldie zum surfen ins Engadin. Tja was soll ich sagen, der HF Integrale hat mich erst auf einer 80er Geraden überholt und den Daumen nach oben gehalten. Es ist schon erstaunlich was ein altes spezielles Auto für eine Ausstrahlung hat und noch erstaunlicher ist die Wirkung auf den Fahrer, der grinst die ganze Zeit.

Ich genoss meine Fahrten im hellgelben Dodge Dart GTS und vertiefte mich immer mehr in die Mopar Materie. Es braucht viel Pflege so ein alterndes Auto und auch Reparaturen sind nicht zu vermeiden. Bei einem Gespräch mit einem Teilelieferanten wurde mir ein GTS in türkis angeboten. Es war das Fahrzeug das ich mal in einer Garage mit Tücher bedeckt bewundern konnte als ich noch an einem viertürigen Dart Interesse hatte. Es kam zu Verhandlungen und zum Kauf.

Es ist ein 69 GTS mit der Aussenfarbe tükis (Farbcode: Dodge 69 Q5) und innen weiss. Er wurde ohne den Bumblebee Steifen über den Kofferraum ausgeliefert. Alle in der Schweiz ausgelieferten GTS hatten den Steifen deleted. Dieser GTS wurde in den USA (Dodge Main, Hamtramck, MI) produziert und hat einen Fendertag:

Y09 END                                   Built to Export, one Fender Tag

L31 M21 M25 N85 V1X V88    Fender  turn signal, Regenrinne, chrom Einstiegleiste, Tacho, black vinil, bumble bee delete

B41 B51  C16 C55   G33 J25    disc brake, power brake, console, bucket seat, right remonte mirror, variable speed washer

   Q5    P6W W1 226 004722    Aussen: türkis, Sitze: weiss, upper doorpanel: weiss, built: Feb. 26 69, VON:plant sequenze

E55 D32 LS23P9B 305xxx        Motor: 340cui, Getriebe: HD 727, VIN: Dart, spezial, hardtop, 340 cui, year, Hamtramck, S/N

Leider war der Motor nicht in einem guten Zustand, der muss jetzt zuerst revidiert werden.

Als das Auto in meinem Besitz war nahm ich es unter die Lupe und es kam dabei ein „matching numbers“ Fahrzeug heraus!!! Die letzen 6 Zahlen waren beim Getriebe, beim Motor und Fahrzeug die gleichen.

Mopar Gruss Reto